Nadine und Jakob stellen sich vor

Hallo Nadine, hallo Jakob

Hallo

Willkommen bei uns im Leikila e.V. Ihr seid ja noch ganz frisch im Verein. Erzählt mal kurz was von euch.

Jakob: Ich bin 27 Jahre und der Papa von Hilda. Beruflich bin ich Chemie-Ingenieur und arbeite derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Biomasseforschungszentrum hier in Leipzig.

Nadine: Ich bin 28 Jahre und bin derzeit noch in Elternzeit mit Hilda, die bald 2 Jahre wird. Zudem schreibe ich nebenbei an meiner Masterarbeit im Studiengang Erziehungswissenschaft, die ich aber im September abgeben werde. Biomasseforschungszentrum hier in Leipzig.

Und wie seid ihr auf unseren Verein gestoßen?

Jakob: Bereits vor der Geburt von Hilda war uns klar, dass wir eine „gute“ Betreuung für Hilda möchten. Wir haben uns über infrage kommende Kitas informiert und wenn möglich auch besichtigt. Zwei Dinge haben wir daraus für uns schlussfolgern können: Zum einen kommt eine U2 Betreuung, in einer Einrichtung nach den aktuell vorherrschenden Kitabedingungen, für uns nicht infrage und zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit einen Kitaplatz zu bekommen, der unseren Vorstellungen entspricht äußerst gering.

Nadine: Ja genau. Zu dem Zeitpunkt haben wir noch in Dresden gewohnt. Als wir dann kurzfristig wegen Jakobs Diplomarbeit nach Leipzig gezogen sind, haben wir sowieso erst einmal beschlossen, das Hilda weiterhin bei mir zuhause bleibt.

Und dann habt ihr euch nach Alternativen umgeschaut?

Jakob: Genau, Nadine ist dann im Internet auf Leikila gestoßen. Sofort schickte sie mir den Link und uns war ziemlich schnell klar, wenn das was „die“ da vorhaben gelingt, dann ist Leikila der Ort für Hilda!

Nadine: Ich glaube ich habe damals als wir nach Leipzig gezogen sind den Begriff „Kinderladen“ für Leipzig in die Suchmaschine eingegeben. Ich hatte schon oft tolle Sachen über Kinderläden in Berlin und Wien gelesen. Das passt einfach zu uns. Wir wollen Hilda so frei wie möglich aufwachsen sehen. Der Begriff „erziehen“ gefällt mir sowieso nicht und ich denke das Kinderläden dem ganz gut gerecht werden. Also war ich sofort begeistert, als ich Leikila gefunden habe.

Wie soll „der Ort“ denn sein? Wie stellt ihr euch die Kita vor?

Nadine: Eine gemütliche Atmosphäre. Ein Ort an dem Hilda sich wohl fühlt. Wo sie große und kleine Menschen hat, die sie mag. Wo ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden. Wo sie sich ausprobieren kann, aber auch in den Arm genommen wird. Und wo ganz ganz viel Zeit zum Spielen ist und es nicht darum geht Tagesabläufe abzuarbeiten.

Jakob: Genau. Wir wollen eine Kita deren Betreuungsschlüssel sich nicht nach ökonomischen sondern bedürfnisorientierten Bedingungen richtet. In unseren Augen eine Selbstverständlichkeit, aber scheinbar nicht für unsere Gesellschaft. Ich sehe in Leikila einen Ort/Umgebung bei dem es nicht nur um die Betreuung von 36 Kindern geht. In meinen Augen geht es vielmehr darum, wie eine Umgebung des Vertrauens, des Mit- und Füreinanders geschaffen werden kann und zwar für alle Beteiligten: Kinder, Eltern und Begleiter. Ich denke einfach, dass Kinder eine sichere und vertrauensvolle Umgebung brauchen, um sich frei entfalten und entwickeln zu können.

Nadine, welche wesentlichen Punkte machen für dich eine gute Betreuung aus?

Beziehung statt Erziehung, viel Zeit, Bedürfnisorientiertung, Geborgenheit…

Jakob, was denkst du, wollen die Kinder eigentlich?

Ich glaube Kinder interessieren sich nicht dafür wie schön ihre Kita aussieht, ob sie z.B. architektonisch durchgestylt ist. Kinder wollen gesehen werden. Hilda z.B. wird im Alter von ca. 3 Jahren (wenn alles klappt) zu Leikila gehen, es wird ihr ganz bestimmt gefallen, aber trotzdem wird es eine Veränderung für sie sein. Deshalb wünsche ich mir, dass sie da wahrgenommen wird in ihren Bedürfnissen und sich nicht nach einem Regelplan einleben muss. Was sie wirklich will, wenn sie dann zu Leikila gehen kann, das wird sie ihren Begleiter_innen dort selbst sagen und ich kann mir nur wünschen, dass sie dabei ernst genommen wird.