Über Uns

Wir, der LeiKiLa e.V., sind eine von Eltern im August 2013 gegründete Elterninitiative mit dem Ziel, eine Klein-Kindertagesstätte in Leipzig zu eröffnen. Ab September 2017 möchten wir 36 Kindern in altersgemischten Gruppen einen Kita-Platz in einer bindungs-und familienorientierten Kita anbieten. Als eingetragener Verein tragen wir gemeinschaftlich durch unser Engagement die Kita und möchten diese als Erweiterung der Familie sehen. Aufgrund unseres bindungsorientierten Ansatzes streben wir einen günstigen Personalschlüssel in unserer Kita an.

Wir hoffen, dass wir unser Projekt erfolgreich umsetzen können und einigen Kindern eine qualitativ gute Betreuung anbieten können.

Die Mitglieder des LeiKiLa e.V.


Unsere Geschichte

Die Geschichte unseres Vereins und unseres Gründungsvorhabens möchten wir im Rahmen eines Interviews, welches am 14.03.2015 zwischen den LeiKiLa-Initiatoren und Mitgründern Nadine und Daniel Bäde und unserer Schatzmeisterin Tina Hillner standfand, hier kurz darstellen

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine kleine Elterinitiativ-Kita in Leipzig zu gründen?

Erstmalig habe ich im Januar 2013 mit dem Gedanken gespielt, eine kleine Elterninitiativ-Kita in Leipzig mit anderen Eltern zu eröffnen. Ich arbeitete zu dieser Zeit noch in Berlin und wollte wissen, wie dort die Betreuungssituation aussieht. In Berlin gibt es mehr als 500 von Eltern geführten Klein-Kitas, welche einen nicht unerheblichen Teil des Betreuungsangebotes in Berlin abdecken. Inspiriert, qualitative Betreuung mitzugestalten, fassten meine Frau Nadine und ich den Entschluss, auch in Leipzig eine Elterninitiativ-Kita zu gründen. Wie problematisch die Situation in Leipzig ist, wussten wir zu dieser Zeit noch nicht. Somit sind wir sehr optimistisch in das Vorhaben eingestiegen.

Wie sieht die Betreuungssituation in Leipzig aus und gibt es weitere Initiativen wie LeiKiLa?

In Leipzig gibt es derzeit noch einen enormen Mangel an Kitaplätzen. Dem Versprechen der Stadt, zügig weitere Kitas zu bauen, kommt die Stadt regelmäßig nicht nach. Es fehlen Stand heute, immer noch mehr als 4500 Plätze, was bedeutet, dass etwa 16 Prozent der Eltern die einen Betreuungsplatz benötigen, keinen bekommen. Wir wollten als Eltern und Bürger dieser Stadt unseren Betrag leisten, dass dieses Defizit möglichst schnell behoben wird. Wir waren irritiert, als wir feststellten, dass es in Leipzig nur einige wenige Elterninitiativ-Kitas gibt.

Habt ihr Probleme gehabt, Eltern zu finden die sich der Initiative anschließen?

Überhaupt nicht. Wir haben einen großen Zulauf gehabt und viele Eltern haben uns mitgeteilt, dass sie das Gründungsvorhaben wichtig für Leipzig finden. Viele Eltern waren selbst betroffen, weil sie schon seit längerer Zeit nach einem Betreuungsplatz für ihr Kinder gesucht haben. Zumal viele feststellen mussten, dass kleine, von Eltern geführte Initiativen kaum in Leipzig existierten sondern meist nur weit über hundert Kinder große Kitas. Unserer Erfahrung nach, wünschen sich viele Eltern jedoch eher eine kleine, familiäre Kita in der Eltern sich kennen und gemeinsam mitgestalten können.

Auf welche Probleme seid ihr zu Beginn des Gründungsvorhabens gestossen?

Zunächst mussten wir wie schon erwähnt feststellen, dass es kaum Elterninitiativ-Kitas in Leipzig gibt. Da wir viele engagierte Eltern kannten, die bereit waren sich selbst einzubringen, konnte das Problem aus unserer Sicht nicht an dem fehlenden Interesse und Engagement der Eltern liegen. Wir stellten schnell fest, dass die Stadt offentsichtlich solche Eltern-Inis nicht möchte. Als wir unser Vorhaben der Stadt vorstellten, bekamen wir unmittelbar die Antwort, dass Kitas mit einem Platzangebot unter 75 Plätzen nicht von der Stadt gefördert werden. Dass irritierte uns und machte uns ärgerlich. Viele von uns hatten keinen Kita-Platz und nun wurde engagierten Eltern verwehrt, das Problem der Stadt mitzulösen. Wir brachten diesen Misstand in die Öffentlichkeit und bekamen daraufhin umgehend einen Termin beim Jugendamt. Wir wiesen die Mitarbeiter des Jugendamtes auf das sächsische Kitagesetz hin, indem in §9 Trägerschaft geschrieben steht, dass Kitas insbesondere auch von Elterninitiativen betrieben werden können. Nach einer umfangreichen Recherche und Rücksprache mit dem Dachverband der Elterninitiativen in Berlin, Bage e.V., wussten wir, dass das durchschnittliche Platzangebot einer Elterninitiativ-Kita ca. 20-25 Plätze beträgt. Nach Aussage von Hr. Bender vom Bage e.V. kann eine Eltern-Ini meist nicht mehr als 30-35 Plätze stemmen. Demzufolge war die Aussage des Jugendamtes aus unserer Sicht aus rechtlicher Sicht problematisch, da sie Eltern-Inis ihr Existenzrecht verwehrte. Nachdem wir das Jugendamt auf diesen Misstand hinwiesen, bekamen wir grünes Licht für unser Vorhaben und setzen unser Vorhaben fort.
Ein weiteres Problem in Leipzig ist der Mangel an passenden Immobilien. Die Anforderungen an Kitas sind meiner Kenntnis sehr hoch und nach Aussage des Jugendamtes die höchsten in Deutschland. Selbst wenn man direkt am Park ein passendes Kitaobjekt finden würde, dürfte man dieses nicht betreiben, da es eine eigene Grünfläche für die Kinder benötigt. Das empfand ich doch sehr fraglich und dies machte uns die Suche nicht leichter. Wir haben einige Objekte ausgemacht, dann ist es aber immer wieder an bestimmten Parametern gescheitert. Das hat uns alle viel Zeit, Kraft und Nerven gekostet.

Wie ging es den Eltern und Mitstreitern bei LeiKiLa als ihr feststellen musstet, dass es kein einfaches Vorhaben sein wird?

Wir stellten fest, dass dieses Gründungsvorhaben in Leipzig nicht einfach werden würde. Es hat uns als Eltern und Bürger der Stadt viel Zeit, Kosten und Kraft abverlangt so weit zu kommen. Viele Eltern konnten diese Anstrengungen nicht mehr mittragen und haben auf dem Weg hierhin entkräftet oder entnervt aufgegeben. Diesen Eltern gebührt unser Dank, denn sie haben dazu beigetragen, dass wir soweit gekommen sind. Wir haben jedoch auch viele neue Mitstreiter dazugewonnen und bekommen beinahe täglich neue Anfragen. Wir haben wieder viel Kraft, Engagement und Motivation dazugewonnen und sind jetzt bereit uns unser letzten Aufgabe zu stellen.

Was meint ihr damit?

Trotz der Schwierigkeiten sind wir sehr weit gekommen. Wir haben ein passendes Objekt für unsere Kita gefunden sowie einen Eigentümer und Investor, der unser Gründungsvorhaben voll und ganz unterstützt. Auch haben wir die teils hohen Anforderungen, die uns die Stadt gestellt hat, erfüllt. Wir haben sogar auf eine eigene Trägerschaft verzichtet, weil das Jugendamt dies gefordert hat, nur um unsere kleine Kita zu eröffnen. Glücklicherweise haben wir im Freien Kindergarten Leipzig e.V. einen Träger gefunden, unter dessen Dach wir gehen können, somit war dieser Schritt für uns nicht ganz so tragisch. Wir haben Konzepte geschrieben, Kostenschätzungen und Raumpläne erstellt und bis heute weit mehr als 1000 Stunden in das Gründungsvorhaben gesteckt. Letzte Woche wurde unser Projektantrag im Jugendamt besprochen und wir haben eine Ablehnung bekommen, OBWOHL wir alle gestellten Anforderungen erfüllt haben. Bisher haben wir trotz der allgemein bekannten Kitaplatz-Probleme eine Politik des Dialogs, des Verständnisses mit dem Jugendamt praktiziert. Jetzt aber reicht es uns! Das Jugendamt spielt aus meiner Sicht wahrscheinlich darauf, Eltern müde zu machen und an der Nase herumzuführen bis sie keine Kraft mehr haben. Die meisten Inis scheitern auch an dieser Strategie. Wir nicht! Wir gehen nun den Weg in die breite Öffentlichkeit und in die Politik. Auch prüfen wir eine Klage gegen die Stadt. Leipzig braucht Kitaplätze und Leipzig braucht auch mehr Elterninitiativen die sich dafür einsetzen, dass qualitative Kitaplätze entstehen. Dafür sind wir angetreten und dafür stehen wir auch ein. Wie gesagt: Es reicht! - Jetzt kämpfen wir für unsere Kita (dazu an anderer Stelle mehr)